Supported Education/Employment: Integration in den ersten Arbeitsmarkt

Die Integrationsangebote der Stiftung Futuri basieren auf dem Konzept und den Methoden von Supported Education bzw. Supported Employment. Kerngedanke ist die direkte Platzierung auf dem ersten Arbeitsmarkt und nicht in Beschäftigungsprogrammen oder an geschützten Arbeitsplätzen ("first place then train").

Unser Vorgehen in 4 Phasen

1. Auftragsklärung / Orientierung

 

Durch den Job Coach werden die Wünsche, Ziele und Erwartungen des Kandidaten/der Kandidatin und der zuweisenden Stelle geklärt. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Teilnahme im Projekt gegeben sind. Kriterien sind Wille zum Berufseinstieg, wenn möglich mit Qualifizierung, Offenheit für den Integrationsprozess sowie Deutschkenntnisse (ca. A2).

 

In dieser ersten Phase (1 Monat) wird über das Konzept, die Elemente der Begleitung und den geplanten Ablauf des Integrationsprozesses informiert. Am Ende dieser Phase entscheiden die Kandidatinnen und Kandidaten, ob sie am Programm teilnehmen möchten. 

2. Individuelles Ressourcenprofil / Berufsberatung

 

Zur Vorbereitung des Berufseinstiegs finden am Anfang in kurzer Folge mehrere Termine mit dem Job Coach statt. Dabei ist der systemische Blick sehr wichtig: Wir stellen Fragen zur Geschichte, zum sozialen Netzwerk, zur Gesundheit und zum aktuellen Befinden.

 

In der Berufsberatung vermitteln wir Orientierungswissen und Informationen über Arbeitsfelder und Ausbildungsmöglichkeiten. Wir analysieren die mitgebrachten Ressourcen, Kompetenzen/Abschlüsse und Interessen wie auch allfällige Defizite oder Einschränkungen der Teilnehmenden.

 

Berufsinteressen-Tests ermöglichen ein besseres Verstehen, welche Erfahrungen, Vorstellungen, Interessen, Werte, aber auch Abneigungen oder Tabus die Berufswahl beeinflussen. Durch Recherche und Abklärungen bei Arbeitgebern und Bildungsinstitutionen prüfen wir die Realisierbarkeit von Ideen und Wünschen, um sinnvolle Integrations- und/oder Qualifizierungsschritte vorschlagen zu können.

 

Diese zweite Phase dauert 2 Monate. Sie vertieft die Auftragsklärung mit Teilnehmenden und Auftraggebern und dient auch dem Aufbau einer vertrauensvollen Beratungsbeziehung. Am Ende dieser Phase ist ein gemeinsames Verständnis vorhanden, welche Berufsziele in der nächsten Phase erprobt werden sollen. Ebenfalls ist geklärt, welche Schritte allenfalls vorgängig notwendig sind (z.B. Deutschförderung). 

3. Berufserkundung / Entwicklung einer nachhaltigen Perspektive

 

So rasch wie möglich wird die berufliche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt eingeleitet. Zuerst mit Schnuppertagen/-wochen, um die Schweizer Berufswelt kennen zu lernen. Danach folgen oft Praktika, um Wissens- und Erfahrungslücken zu schliessen.

 

Im damit verbundenen Bewerbungsprozess werden gutes Teamwork und selbständiges Handeln erarbeitet und eingeübt: Die Teilnehmenden übernehmen selbst, was sie sich zutrauen, und erweitern schrittweise ihre Fähigkeiten von Recherche, Stellensuche und Bewerbung. Die Job Coaches von Futuri sind aber auch selbst aktiv, suchen geeignete Nischen oder Arbeitgeber und wirken als Türöffner und Vermittler.

 

Am Ende dieser Phase (3 Monate) haben die Teilnehmenden dank Informationen, Tests und Schnuppereinsätzen/Praktikum die Berufswahl abgeschlossen. Die weiteren Schritte des Berufseinstiegs sind in einem Integrationsplan skizziert, der neben der praktischen Arbeit immer auch qualifizierende Massnahmen beinhaltet (Deutschkurse, berufsbegleitende Aus-/Weiterbildungen oder eine Grundbildung/Lehre). 

4. Stellensuche & Stellenerhalt /Job Coaching

 

In dieser Phase wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarkt und Bildungsinstitutionen die nachhaltige berufliche Perspektive weiter entwickelt und begleitet. Für alle Teilnehmenden sucht Futuri individuell ein geeignetes Setting, da die gute Passung entscheidend ist für den Erfolg. Bei der Stellensuche werden deshalb nicht nur Arbeitsfeld und Tätigkeiten, sondern auch Faktoren wie Betriebsgrösse, Betriebskultur, Vorgesetzte und Team einbezogen.

 

Wir fördern die immer selbstständigere Bewerbungsaktivität der Teilnehmenden, engagieren uns aber auch selber aktiv in der Stellensuche. Wir kontaktieren Arbeitgeber, stellen die Ressourcen der Teilnehmenden in den Mittelpunkt und öffnen Türen für Vorstellungsgespräche. Diese bereiten wir mit den Teilnehmenden vor und begleiten sie nach Bedarf. Im persönlichen Gespräch gelingt es den Teilnehmenden oft, die Arbeitgeber zu überzeugen.

 

Nach erfolgter Vermittlung ist unsere Arbeit nicht abgeschlossen. Oft zeigen sich in einer Anstellung noch Schwierigkeiten oder Unterstützungsbedarf. Ein individuelles Coaching der Teilnehmenden wie auch der Arbeitgeber ist unabdingbar, um schwierige Situationen zu besprechen und Strategien für neue Aufgaben zu erarbeiten. Dabei behalten wir auch weitere Qualifizierungsschritte und berufliche Perspektiven im Auge.

 

Nach 18 Monaten und stabilem Verlauf beginnt die Phase der Nachbetreuung. Während drei Jahren steht der Job Coach von Futuri den Teilnehmenden weiter zur Verfügung, um die nachhaltige Integration abzusichern. Diese Betreuung wird in der Regel aus dem Stiftungsvermögen, durch Zuwendungen der Stiftung oder durch Beiträge oder Abgeltungen der öffentlichen Hand finanziert.

 

Wir geben Ihnen gerne weitere Auskünfte. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder schicken Sie uns das Anmeldeformular.

 

Alle Fotos zeigen Teilnehmende an den Integrations-Projekten von futuri in ihrem Arbeitsumfeld. Sie haben sich mit der Veröffentlichung ihrer Fotos einverstanden erklärt.

Kontakt

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